Leben im Museum

oder wie es ist, wenn mögliche Nachmieter deine Wohnung begaffen.

Es fing alles mit der Kündigung der Wohnung an. Bei dem Gespräch mit der Baugenossenschaft wurde mir eröffnet, dass ich in den nächsten Tagen eine Liste mit möglichen Nachmietern bekommen werde, die sich dann bei mir melden würden um einen Termin auszumachen. Schon am nächsten Tag hatte ich einen Brief mit 6 Namen im Briefkasten. Von diesem Moment an war es mit der Ruhe vorbei. Das Telefon klingelte zu den unmöglichsten Zeiten. Ich musste mir unmögliche Kommentare anhören, weil ich nicht bereit war am So. nachmittag einen Besichtigungstermin anzubieten. Nach langen zähen Verhandlung hatte ich dann die Leute auf zwei Termine konzentriert.

Und dann die Besichtigungstermine:

  • Warum hat die Wohnung nur 2 Zimmer, meine Mutter sucht eine 4 Zimmer Wohnung. (im Brief stand 2 Zimmer 60 qm)
  • Warum ist die Wohnung im 2. OG (im Brief stand 2. OG)
  • Oh, sind die Badezimmerkacheln hässlich (dunkelgrün) Warum haben sie das nicht geändert (als Mieter?)
  • Die Wohnung hat ja keinen Balkon (der ganze Gebäudekomplex hat keine Balkone)
  • Oh, sind die Decken hoch (über der Eingangstür steht Baujahr 1905)
  • Und dann die Blicke, wenn man ihnen die Abstellflächen zeigt, und da nun mal die gelbe Tonne, das Altpapier und das Leergut lagert. (erwarten die das ich die Wohnung leerräume)

Können die Leute denn nicht mal mehr Briefe lesen und sich auf das Einstellen was darin steht? Können sie einem ihre Anwesenheit nicht ersparen wenn sie sowieso kein Interesse an der Wohnung haben?
Bei so einem Event merkt man erst mal was einem die Privatsphäre Wohnung wirklich bedeutet. Zu Ehrenrettung muss man aber auch sagen das zwei Kandidaten ganz nett waren und ich ihnen die Wohnung gerne überlassen würde.

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